Tour de Bourgogne
Fazit und Informationen
Burgund ist eine Reise wert - und das nicht nur für Weinliebhaber, sondern auch und vor allem für Radfahrer.
Straßen und Wege
Ein beschildertes Radroutennetz gibt es in Burgund bis auf ein paar sehr rudimentäre Anfänge nicht - wie eigentlich überall in Frankreich. Das ist aber auch nicht nötig, und man muss sich deswegen mitnichten auf größere Abenteuer einlassen. Zum Einen gibt es gerade in diesem Landstrich die vielen Kanäle, die heute nur noch dem Freizeitvergnügen dienen - und das nicht nur auf dem Wasser, sondern zunehmend auch daneben. So glänzen vor allem die größeren Städte mit gut ausgebauten Naherholungsgebieten und Radwegen entlang dieser Wasserstraßen.
Wenn man sich davon entfernen muss, weil die Treidelpfade nicht mehr befahrbar sind, ist dies allerdings auch keine Katastrophe. Ein handelsübliche Straßenkarte im Maßstab 1:200.000 führt einen sicher über das enge Netz von kleinen Landstraßen, die für Reiseradler wie geschaffen sind. Wenig Verkehr und (meist) gute Beläge machen das Radfahren dort zum reinen Genuss, und es ist nur selten nötig, auf größere Straßen auszuweichen. Allerdings muss man im Gegensatz zu den Treidelwegen in der hügeligen Landschaft auch mit dem einen oder anderen Höhenmeter rechnen.
Übernachtung
Wir haben ausschließlich auf Campingplätzen übernachtet, und die waren größtenteils von hervorragender Qualität. Nicht nur die Dichte an Campmöglichkeiten ist in Frankreich ungeschlagen - fast jedes kleine Dorf stellt zumindest eine Wiese zur Verfügung - auch die Güte ist häufig weit über dem Standard. Der Campingführer, der vom burgundischen Tourismusverband kostenlos herausgegeben wird, führt überdies ein praktisches Sternesystem ein, das die Auswahl erleichtert; 4-Sterne-Campingplätze können dann etwa mit so netten Zusatzleistungen wie Sauna, Hallenbad o.ä. aufwarten. Insgesamt waren wir mit unseren Übernachtungsplätzen durch die Bank zufrieden; allerdings muss man Anfang September schon damit rechnen, dass einige Plätze bereits wieder geschlossen sind.
Verpflegung
Nudeln (und ähnliche schnelle Kohlenhydrate) sind des Reiseradlers Freund, das galt auch für uns - vor allem wenn man mit den beschränkten Möglichkeiten einer Campingküche auskommen muss. Dennoch haben wir viel frisches Gemüse und Obst genossen, das es zu unserer Reisezeit zum Glück überall gut und günstig gab. Sehr bewährt haben sich die Reise-Weingläser, die wir uns für diese Tour extra angeschafft haben - auch wenn es manches Mal gar nicht so einfach war, im Supermarkt einen echten Burgunder zu finden.


