Tour de Bourgogne
Tag 15: Dijon - Straßburg - Wien
Heute geht eine traumhafte Radtour zu Ende, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird; fast nur Traumwetter, tolle Landschaften, eine Fülle von schönen Erlebnissen mit den Burgundern, super Campingplätze, köstliches Essen und Wein, wenig Pannen und keine Verletzungen.
Die Rückreise ist zwar lang, und mit den Rädern und 9 Gepäckstücken gerät man auch bei Bahnfahrten immer mal wieder in ein wenig Stress, hat aber im Großen und Ganzen reibungslos funktioniert. Die letzte Nacht in Dijon ist kurz und laut, vor allem wegen einer Horde von 16-jährigen, die das Wort "Nachtruhe" trotz einiger Interventionen des Platzwartes offenbar nicht in ihrem Wortschatz haben und außerdem ein riesiges Feuer entzünden, das mit seinem Funkenflug alle Zelte im Umkreis gefährdet. So verlassen wir diesen gastlichen Ort relativ früh, um nach einer Abschiedsrunde am Kanal entlang am Hauptplatz von Dijon noch einmal richtig üppig zu frühstücken.
Mittags bringt uns ein Nahverkehrszug dann über Besancon nach Straßburg, und auch da haben wir vor Abfahrt unseres Nachtzugs noch einige Stunden totzuschlagen. Die Innenstadt der elsässischen Hauptstadt ist rappelvoll, dennoch finden wir einige schöne Plätzchen und verschaffen uns einen Eindruck des bezaubernden Fachwerkensembles - abgerundet durch einen Coq au Riesling, der noch mal das französische Flair voll aufleben lässt.
Eine letzte Zitterpartie ist dann der "Check In" in unseren Nachtzug nach Wien. Zum Glück ist der schon 20 Minuten vor der Abfahrt im Bahnhof, so dass wir reichlich Zeit haben, unsere Räder zu verstauen und zu verschnüren. Das Problem, dass es weder in Wien noch in Straßburg noch in Dijon möglich gewesen ist, so was wie eine Fahrradkarte oder eine Reservierung für die Räder zu erstehen, macht mir allerdings ein wenig Bauchschmerzen; was, wenn unsere Räder jetzt hier bleiben müssen? Die Franzosen sehen das Ganze allerdings viel gelassener als wir, meine diesbezügliche Nachfrage bei der Schaffnerin wird nur mit einem Achselzucken beantwortet, und unsere Räder fahren natürlich ohne weitere Rückfrage (und Kosten) mit.
So haben wir - auch dank der Tatsache, dass wir nur zu zweit in einem Viererabteil liegen - eine ungestörte, ruhige Nacht, bis der Zug um halb neun superpünktlich im Wiener Westbahnhof einrollt.



