Tour de Bourgogne
Tag 10: Lac des Settons - Autun
Des Nachts pinkelt uns irgendein freilaufendes Getier ans Zelt - was das wohl gewesen sein mag? Wir haben nicht weiter nachgeforscht...
Beim Aufbruch machen wir uns noch Sorgen, ob wohl der Abstieg aus dem Morvan genau so eine Ochsentour werden würde wie der Aufstieg, schließlich verspricht das Gelände eine herrliche Berg- und Talfahrt. Und was war? Nix war. Die Kilometer bis Autun, wieder unten im burgundischen Flachland, sind so ziemlich die einfachsten, die wir bisher unter die Räder genommen haben. Draufsetzen, abstoßen, losrollen, fertig. Auf den ersten 20 km geht zunächst noch einmal im Morgenlicht um den Lac des Settons herum, eine fast verwunschene Atmosphäre begleitet uns, und dann auf einsamen Landsträßchen über Moux und Goix ununterbrochen abwärts, wir können die Räder einfach so laufen lassen. Aber auch der nächste Abschnitt auf der "roten" D980 ist an diesem Montag Vormittag kaum frequentiert, so dass wir weitestgehend unsere Ruhe haben.
Zwischendurch wird immer mal wieder eine kleine Pause eingelegt, zwecks Fotoshooting oder Verzehr der köstlichen, sonnenreifen Brombeeren, die in kilometerlangen Hecken am Wegesrand zu finden sind. Wir lassen uns also viel Zeit und genießen das Fahrerlebnis. In Reclesne lassen wir das Morvan dann endgültig hinter uns; leider wird es immer diesiger und windiger, so dass uns für das Wetter Übles schwant. So wird denn doch noch mal ein paar Kilometer lang Tempo gemacht, damit wir Autun wenigstens noch trocken erreichen. Das gelingt uns zwar, allerdings erwischt uns der erste heftige Schauer auf einer kleinen Irrfahrt nach dem obligatorischen Supermarktbesuch.
Da der Himmel überall einheitlich grau ist, lassen wir unseren Plan, weiter zum Canal du Centre zu fahren einfach fallen und mieten uns auf dem Autun'schen Campingplatz in einem entzückenden Mobil-Bungalow ein - nicht ganz billig, aber der Herd, die eigene Dusche, das richtige Bett und vor allem der Schutz vor den Gewalten des Wetters sind der pure Luxus. Wir bereuen es nicht, geht doch am Abend ein grandioses Gewitter über uns nieder. Sehr freundlich sind auch die tierischen Mitbewohner dieses Platzes: Der Hund hat methusalemisches Alter, macht aber dennoch jedem Camper seine Aufwartung. Und eine kleine, dreifarbige, rotzfreie Katze besucht uns in unserer Küche, lässt sich einmal ausgiebig schmusen und wandert dann weiter zum nächsten Fressnapf.
Den restlichen Tag verbringen wir mit dem Erkunden dieses hübschen Städtchens. Beeindruckend ist die St. Lazarus-Kathedrale, und wir ärgern uns wieder einmal über den ungeregelten Schwerverkehr in den engen Gassen.









