Tour de Bourgogne
Tag 3: Dijon - Vandenesse-en-Auxois
Endlich ist Montag, und der Alltag ist eingekehrt in Frankreich, was heißt, dass auch die Geschäfte wieder aufhaben.
Um nicht lange suchen zu müssen lasse ich mir von der Platzwartin den Weg zum nächsten Decathlon erklären, der großen Sportgeschäfts-Kette; dort werden wir hoffentlich sowohl neue Schläuche als auch die Heringe für unser Zelt bekommen. Zwar müssen wir mitten durch die Stadt, allerdings ermöglicht uns dieser Ausflug auch einen Blick auf die recht hübsche Innenstadt von Dijon und ein stilechtes Frühstück in der Sonne vor einem Straßencafé. Wir haben Urlaub, da werden wir uns doch keinen Stress machen?
Anschließend geht's also über mehrspurige Ausfallstraßen raus aus der Innenstadt und durch das Unigelände zu einem riesigen Einkaufszentrum in Quétigny, wo wir auch finden was wir suchen, unser Equipment vervollständigen können. Und wir stellen fest, dass Dijon sehr radfahrerfreundlich ist - alle größeren Straßen sind mit ausreichend breiten Radstreifen oder Multifunktionsbusspuren ausgestattet, die Autofahrer sind im Großen und Ganzen recht rücksichtsvoll, so dass man auch im Großstadtverkehr gut und sicher durchkommt. Als wir nun endlich unsere Radtour ernsthaft in Angriff nehmen, schlagen wir uns allerdings lieber auf dem kürzesten Weg wieder zum Kanal de Bourgogne durch und folgen diesem in Richtung Westen.
Einmal am Kanal angekommen nimmt die Idylle ihren Lauf. In Abständen von wenigen hundert Metern reiht sich Schleuse an Schleuse, immer wieder kommen einem große und kleine Hausboote mit gut gelaunten Menschen darauf entgegen, der Radweg verläuft in perfektem Zustand und durch Pappeln beschattet zwischen Kanallauf und dem Flüsschen Ouche, das sich parallel durch die leicht wellige, von weißen Charolais-Rindern bevölkerte Landschaft schlängelt. Einige Kilometer hinter Dijon ist das offizielle Naherholungsgebiet der Stadt zu Ende, und die Belagsqualität des Treidelpfads wechselt je nach Gemeindegebiet zwischen Asphalt, feinem und grobem Schotter und völliger Unbefestigung, so dass wir von Fall zu Fall auf eine der kleinen Landstraßen ausweichen, von denen unsere Michelinkarte so voll ist - kaum befahren, aber dafür auch gern mal ein wenig hügelig, was uns allerdings auch mal andere interessante Ausblicke in die Landschaft gewährt.
Diese erste richtige Etappe ist so entspannend, dass wir kaum Pausen machen. Es ist heiß, und so sind wir froh in Veuvey-sur-Ouche einen öffentlichen Brunnen zu finden, an dem wir unsere Trinkflaschen auffüllen können. Eine kleine Stärkung mit Kaffee, Quiche Lorraine und Eis gibt's in Pont-sur-Ouche, wo wir auch schnell ins Gespräch mit einer an unserem Gepäckaufbauten sehr interessierten Französin kommen, der ich in mehr als gebrochenem Französisch unsere Reisepläne darlege - und hinterher sehr stolz auf mich bin.
Schließlich kommen wir am späten Nachmittag an diesem herrlichen Campingplatz an; er liegt direkt am Lac de Panthier, einem der vielen kleinen Stauseen in der Gegend, die zum Regulieren des Wasserstands in den Kanälen genutzt werden. Wir haben einen Stellplatz mit Blick auf's Wasser, der in der Abendsonne einfach bezaubernd ist. Außerdem gibt es Sauna, Hallen- und Freibad zur freien Benutzung, und die sanitären Anlage sind tipptopp - der hat seine vier Sterne wirklich verdient.











