Von der Donau an den Rhein
Tag 12: Bad Mergentheim - Fechenbach
Die Krönung dieses Übernachtungserlebnisses ist dann aber das “Frühstück” am folgenden Morgen:
Zum günstigen Preis von 4,50 € (hier funktioniert das mit der Währungsumstellung plötzlich) bekomme ich zwei Brötchen (immerhin), dazu eine Tankstellenbrötchenportion Butter und eine ebensolche Marmelade. Ein weiterer Klecks wird mit 20 Cent berechnet, der Kaffee kommt mir bereits schäumend aus der Kanne entgegen und schmeckt genau so – wenn ich morgens auf meinen Kaffee verzichte, muss schon wirklich etwas Schlimmes passieren. Bei der Abrechnung erzählt die Lady Platzwartin ganz stolz, dass sie diesen Platz schon seit über 20 Jahren betreut – ihr scheint nicht aufgefallen zu sein, dass andere Campingplätze sich in diesen 20 Jahren weiter entwickelt haben, während sie es nichtmal für nötig gehalten hat, auch nur eine Schraube auszuwechseln. Allerdings profitiert sie wohl sehr von der Lage, es gibt nämlich im Umkreis von 50 km keine andere (legale) Übernachtungsmöglichkeit für Camper. Dieser Platz hat sich den unangefochtenen Titel “Platz ohne Wiederkehr” erobert.
Das Frühstück muss dann also in einem netten italienischen Straßencafe in der mergentheimschen Innenstadt stattfinden, was meine Laune auch schnell wieder hebt. Der strahlendblaue Himmel verspricht schon wieder einen heißen Tag – was uns auf den Rädern nicht sonderlich stören kann. Auch der Wind hat endlich ein wenig nachgelassen, die Luft ist wunderbar klar – das Fahren macht Spaß. Und das Taubertal macht genauso lieblich weiter, wie es am Tag zuvor aufgehört hat. Die ersten 25 km sind zum Warmfahren fast völlig flach, außerdem hat ein Radhändler auf der Strecke endlich den kleinen Schlag aus dem Hinterrad von Meikes Fahrrad zentriert, so dass es gleich noch einmal so gut vorangehen kann.
Im wunderbaren Kloster Bronnbach halten wir dann Siesta, kulinarisch und kulturell wirklich erbauend. Ein kleines Schläfchen zwischen Statuen im Rosengarten und im Schatten einer weinberankten Klostermauer lässt neue Kräfte sprießen.
So perfekt kann es natürlich nicht bleiben, wir wissen ja schon, dass die letzten 20 km vor Wertheim noch einmal richtig anstrengend werden würden. Ich habe selten Schwierigkeiten, Meike tut sich dagegen mit den Steigungen immer schwerer. Es sind aber auch die steilsten und längsten Anstiege, die wir bisher zu bewältigen hatten, für Frust sorgen allerdings erst die Abfahrten, die man wegen der Wegführung und des Schotterbelags nicht so richtig genießen kann. Spätestens nach dem 6. Hügel tun uns aber beiden die Beine ganz schön weh. Zwischendurch muss Meike zu Fotozwecken noch einen Waldbach durchfurten – sie ist aber heil und trocken drüben angekommen, und ich habe das Bild “im Kasten”.
Froh sind wir, als wir endlich Wertheim und damit Fluss Nummer vier erreichen, den Main. Wertheim ist wie so viele Orte vorher eine würdige Station auf der “Romantischen Straße”, und wir nehmen uns wenigstens die Zeit, durch die schöne alte Innenstadt zu schieben und ein wenig die alten Fachwerkgiebel zu bewundern. Leider hat das schöne Wetter dann auch schon bald wieder ein Ende, und an unserem avisierten Campingplatz am Main sind wir dann aufs neue mal wieder im Regen angekommen. Kaum zu glauben, dass ganz Deutschland während dieser Zeit unter extremer Trockenheit und Hitze gestöhnt hat. Der Empfang am Maintalcamping Fechenbach war dafür besonders nett, vom Hinweis auf ein besonders ruhiges Plätzchen bis zum extra hergerichteten Terrassentisch für das abendliche Kniffelspiel waren wir hier in wirklich guten Händen. Dazu noch kostenfreies Langstreckenwarmduschen, mehr braucht ein Reiseradler nicht zum Glück. Die drei Würfelrunden hab ich übrigens problemlos gewonnen, da Meike sich vorher eine heiße Schokolade mit Rum zu Gemüte führen musste.









